By Gerhard Schweppenhäuser

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Die Bankerin. Kriminalroman

Der erfolgreiche Jungunternehmer David Marquardt ist betrogen worden und steht vor dem Nichts. Hilfe erh? lt er von einer Bankerin. Allerdings ist deren Hilfsbereitschaft an sehr merkw? rdige Bedingungen gekn? pft.

Blut (Die Phoenix Chroniken, Band 3)

KurzbeschreibungElizabeth Phoenix reist nach l. a., um ein Nest von halbmenschlichen Drachengesch? pfen aufzusp? ren, die Sonne und Mond zerst? ren wollen. Ein gef? hrlicher Kampf steht bevor. Ehe sie sich in die Schlacht st? rzen kann, muss sich Liz jedoch ? ber ihre Gef? hle f? r ihren Ex-Geliebten Jimmy Sanducci klar werden.

The Structure of German, 2nd Edition (Oxford Linguistics)

The constitution of German is an outline of the foremost gains of German in line with the foundations of contemporary linguistics. This moment variation represents complete updates of elements of German phonology, morphology, syntax, and semantics.

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Der spezielle Bedeutungsraum des Gedichts entsteht über seine Konnotationen. Die Konnotationen der Worte »Ruh«, »Hauch« und »schweigen« sind mehrdeutig: Die Ruhe kann die erholsame des Schlafs oder die ewige des Todes sein. Die nahende Nacht, die durch stellvertretende Stille und Reglosigkeit so gut wie präsent ist, kann ein Daseins-Intervall sein oder der finale Zustand des Nichts. Erholt sich der Wanderer von der Erschöpfung und wird seinen Weg gestärkt fortsetzen? Oder ist er eine Allegorie des Menschen, der, gemäß Goethes pantheistischer Auffassung, ein Teil der ganzen, »herrlich leuchtenden Natur« ist?

Aber all diese botanisch-meteorologischen Aus­drücke werden zu offenen Metaphern. Sie eröffnen einen vielfältigen Konnotationsraum, der kulturelle Implikationen der Berührung zwischen Nord- und Südeuropa notiert. Gleichzeitig bildet er einen starkfarbigen Hintergrund für die Artikulation eines nur in Ahnungen präsenten individuellen Leidgeschehens, von dem im Verlauf des Gedichts die Rede ist: Und Marmorbilder stehn und sehn mich an: Was hat man dir, du armes Kind, getan? Überschreitungen – Jenseits der Schematisierungen der Alltagssprache und der außerästhetischen Gestaltung der Lebenswelt kommen die »be­ dürfnisartikulierenden« Sprachen der Künste zum Tragen.

Die ästhetische Funktion ist gleichsam der gemein­same Nenner von zweckbestimmten und autonomen Künsten. Darüber darf freilich nicht Evaluation und Kommunikation  37 vergessen werden, dass es zwischen beiden auch eine Menge Unterschiede gibt. Man sollte diese nicht verabsolutieren oder in eine hierarchische Ordnung eintragen, in der die freien, selbst­bestimmten Kunstproduktionen ganz oben auf der Skala der Wert­schätzung stehen und die zweck- und anwendungsorientierten weiter unten. Sonst läuft man Gefahr, in den Hochmut zurückzufallen, mit dem einst die Bildungsoberschicht der bürgerlichen Gesellschaft ihre Privilegiensicherung rechtfertigte.

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